Methoden der Schädlingsbekämpfung: von altbewährt bis digital
Schädlinge werden heute in vier Schritten bekämpft: vorbeugen, überwachen, gezielt eingreifen, Erfolg kontrollieren. Dafür steht ein Werkzeugkasten bereit, der von der Bürstenleiste an der Tür bis zur funkvernetzten Falle reicht. Diese Seite ordnet die Verfahren ein und nennt ihre Grenzen. Gift ist dabei das letzte Mittel und nicht das erste.
Die Grundlage: vorbeugen
Kein Verfahren wirkt dauerhaft, solange Schädlinge Nahrung, Wasser und Zugang finden. Die ältesten Maßnahmen sind deshalb bis heute die wirksamsten. Hausmäuse kommen durch Spalten von sechs bis sieben Millimetern, Wanderratten durch Öffnungen ab etwa zwei Zentimetern. Bürstenleisten an Toren, Gitter vor Lüftungsöffnungen, verschlossene Rohrdurchführungen und Rückstauklappen im Abwasser schließen diese Wege. Dazu kommen geschlossene Abfallbehälter, saubere Lagerflächen mit Wandabstand und eine Wareneingangskontrolle, denn Vorratsschädlinge reisen meist mit der Lieferung an.
Altbewährte Verfahren
Schlagfallen
Die Schlagfalle tötet sofort und hinterlässt keinen Wirkstoff in der Umwelt. Das Umweltbundesamt zieht sie bei vereinzelt auftretenden Mäusen und Ratten dem Giftköder grundsätzlich vor. Ihr Nachteil war lange der Aufwand: Fallen müssen häufig kontrolliert werden. Genau dieses Problem löst die digitale Überwachung, siehe unten.
Köderstationen mit Rodentiziden
Blutgerinnungshemmer (Antikoagulanzien) sind seit Jahrzehnten das Standardmittel gegen starken Nagerbefall. Wirkstoffe der zweiten Generation wie Bromadiolon, Difenacoum oder Brodifacoum dürfen nur geschulte berufsmäßige Verwender einsetzen. Sie gelten als persistent, bioakkumulierend und toxisch und gefährden Greifvögel und Raubsäuger, die vergiftete Nager fressen. Ihr Einsatz ohne festgestellten Befall ist grundsätzlich verboten. Mehr dazu auf der Seite Nagerbekämpfung: Rodentizide, Dauerbeköderung und digitale Fallen.
Klebefallen, Pheromonfallen, Fangreflektoren
Fallen für Insekten dienen vor allem der Überwachung. Pheromonfallen locken mit dem Sexuallockstoff einer Art nur deren Männchen an. Sie zeigen, ob und wo Motten oder Käfer auftreten, beseitigen den Befall aber nicht. UV-Fangreflektoren fangen fliegende Insekten ab, Klebefallen in Bodennähe verraten Schaben.
Insektizide: Spritzen, Sprühen, Vernebeln
Kontaktinsektizide und Vernebelungspräparate wirken schnell und in der Fläche. Sie erreichen aber nicht jedes Versteck und nicht jedes Ei, weshalb Behandlungen oft wiederholt werden müssen. Bei Schaben und Bettwanzen sind Resistenzen gegen einzelne Wirkstoffe bekannt. Im Lebensmittelbereich dürfen nur dafür geprüfte Mittel verwendet werden.
Physikalische Verfahren
| Verfahren | Prinzip | Typischer Einsatz | Grenze |
|---|---|---|---|
| Hitze | Eiweiß gerinnt, alle Stadien sterben ab | Bettwanzen: Raum auf 50 bis 60 °C. Holzschädlinge: 55 °C über 60 Minuten im Balkenkern. Vorräte und Tierfutter: eine Stunde bei 60 °C | Energieaufwand, hitzeempfindliches Inventar, Tiere können beim Aufheizen abwandern |
| Kälte | Durchfrieren tötet Insekten und Eier | Befallene Ware oder Textilien mindestens 24 Stunden bei −18 °C | Nur für bewegliche Gegenstände |
| Silikatstaub (Kieselgur) | Zerstört die Wachsschicht der Insekten, sie trocknen aus | Ritzen, Hohlräume, leere Lager | Wirkt langsam und nur im Trockenen |
| Sauerstoffentzug | Stickstoff oder Kohlendioxid verdrängen den Sauerstoff | Vorräte, Kunstgut, Archivalien in gasdichten Kammern | Dauert Tage bis Wochen, braucht dichte Räume |
Biologische Verfahren
Gegen Vorratsmotten werden Schlupfwespen eingesetzt: Trichogramma evanescens parasitiert die Eier, Bracon hebetor die Larven. Gegen Kornkäfer arbeitet die Lagererzwespe (Lariophagus distinguendus). Die Nützlinge sind für Menschen harmlos und verschwinden, wenn sie keine Wirte mehr finden. Sie eignen sich für überschaubare Räume und leere Lager, nicht für offene Ware in der Produktion.
Hochmoderne Verfahren
Digital überwachte Fallen
Sensoren an Schlagfallen und Köderstationen melden jede Auslösung per Funk. Der Schädlingsbekämpfer sieht rund um die Uhr, welche Falle wann ausgelöst hat, und fährt gezielt dorthin. Das macht die giftfreie Falle auch für große Objekte praktikabel. Ausführlich auf der Seite Nagerbekämpfung und digitale Fallen.
Auswertung statt Bauchgefühl
Digitale Dokumentation zeigt Trends: Welche Kontrollpunkte schlagen im Herbst an, an welchem Tor kommen Nager herein, wirkt die bauliche Maßnahme vom Frühjahr? Auditoren nach IFS, BRC oder FSSC 22000 erwarten solche Trendanalysen zunehmend.
Ködergele und Wachstumsregulatoren
Gegen Schaben haben Ködergele das flächige Sprühen weitgehend abgelöst. Sie werden punktgenau in Ritzen gesetzt und von den Tieren ins Versteck getragen. Wachstumsregulatoren verhindern, dass Larven sich zu fortpflanzungsfähigen Tieren entwickeln. Beides senkt die Wirkstoffmenge erheblich. Die Natur hält dagegen: Es gibt Populationen der Deutschen Schabe, die Glucose meiden und manche Gelköder nicht anrühren. Deshalb gehört zur modernen Bekämpfung auch der Wechsel von Wirkstoffen und Ködergrundlagen.
Was Hawlik & Hawlik dagegen tut
Laut eigener Beschreibung setzt der Betrieb auf ein Früherkennungssystem aus Kontrollpunkten und regelmäßigen Begehungen. Bei Befall kommen Köderstationen in erhöhter Dichte, Fangvorrichtungen, Pheromonfallen, ungiftiges Silikatpulver, insektizide Präparate, wachstumshemmende Substanzen sowie Kälte- und Hitzebehandlungen zum Einsatz, im Holzschutz das Heißluftverfahren. Verwendet werden nur Mittel, die nach § 18 Infektionsschutzgesetz gelistet oder für den Vorratsschutz geprüft sind.
Hawlik & Hawlik arbeitet für Gewerbe, Industrie und öffentliche Einrichtungen in den Räumen Augsburg, München und Ulm. Vor jedem Angebot steht eine kostenlose Objektbesichtigung. Telefon (08230) 89 14 5 0, am Apparat ist immer eine Fachkraft aus Gablingen.
Häufige Fragen
Welche Methode der Schädlingsbekämpfung ist die beste?
Keine einzelne. Wirksam ist die Kombination aus Vorbeugung, Überwachung und gezieltem Eingriff. Das Verfahren richtet sich nach Schädling, Befallsstärke und Umgebung. Im Lebensmittelbetrieb gelten andere Grenzen als im leeren Lager.
Geht Schädlingsbekämpfung ohne Gift?
Oft ja. Abdichtung, Hygiene, Schlagfallen, Hitze, Kälte, Silikatstaub und Nützlinge kommen ohne Biozid aus. Bei starkem Befall durch Ratten oder Schaben sind Biozide häufig dennoch nötig, dann aber gezielt und zeitlich begrenzt.
Helfen Ultraschallgeräte gegen Ratten und Mäuse?
Nein. Das Umweltbundesamt stuft Ultraschallgeräte als wirkungslos ein.
Warum fangen Pheromonfallen einen Mottenbefall nicht weg?
Weil sie nur die Männchen einer Art anlocken. Die Weibchen legen weiter Eier. Pheromonfallen zeigen, ob und wo Befall vorliegt, und dienen damit der Überwachung.
Quellen
- Umweltbundesamt: Rodentizide
- Umweltbundesamt: Dürfen Rodentizide mit Antikoagulanzien auch ohne festgestellten Befall ausgebracht werden?
- Umweltbundesamt: Wanderratte
- Umweltbundesamt: Schaben
- Umweltbundesamt: Bettwanzen
- Umweltbundesamt: Lebensmittelmotten
- Hawlik & Hawlik: Schädlingsmanagement, Schädlingsabwehr, Schädlingsmonitoring
Abgerufen im September 2026. Aussagen zur Arbeitsweise von Hawlik & Hawlik stammen von der Website des Betriebs.
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