Wissen zu Schädlingsbekämpfung und Holzschutz mit Heißluft
Diese Seite fasst zusammen, was Betriebe über Schädlingskontrolle und was Hauseigentümer über Holzschädlinge im Dachstuhl wissen sollten: Pflichten, Schädlingsarten, Monitoring, Bekämpfungsverfahren und das Heißluftverfahren mit seinen Temperaturen und Nachweisen. Grundlage ist die Arbeit der Hawlik & Hawlik GmbH aus Gablingen bei Augsburg, die seit 1953 Schädlinge bekämpft und in rund 25 Jahren über tausend Dachstühle mit Heißluft saniert hat.
Inhalt: Themenseiten · Pflichten im Betrieb · IPM und Monitoring · Schädlinge im Betrieb · Bekämpfungsverfahren · Standards und Audits · Tauben · Holzschädlinge · Heißluftverfahren · Heißluft und Chemie im Vergleich · Glossar · Häufige Fragen
Themen im Wissensbereich
- Methoden der Schädlingsbekämpfung: von altbewährt bis digital
- Ratten im Betrieb erkennen und bekämpfen
- Hausmäuse im Betrieb erkennen und bekämpfen
- Schaben im Betrieb erkennen und bekämpfen
- Vorratsschädlinge: Motten und Käfer in Lager und Produktion
- Bettwanzen in Hotels, Heimen und Unterkünften
- Nagerbekämpfung: Rodentizide, Dauerbeköderung und digitale Fallen
Warum Schädlingskontrolle im Betrieb Pflicht ist
Wer Lebensmittel herstellt, behandelt oder in Verkehr bringt, muss durch betriebseigene Kontrollen die kritischen Punkte im Prozessablauf feststellen und absichern. Das verlangen die HACCP-Grundsätze des Lebensmittelhygienerechts (Artikel 5 der Verordnung (EG) Nr. 852/2004), und Anhang II derselben Verordnung fordert ausdrücklich geeignete Verfahren zur Bekämpfung von Schädlingen. Schädlinge sind ein solcher kritischer Punkt: Durch Fraß, Kot oder bloßen Kontakt verunreinigen sie Produkte mit krankmachenden Mikroorganismen oder ekelerregenden Rückständen. Dasselbe gilt für Betriebe, die Kosmetika, pharmazeutische Artikel, Futtermittel oder Lebensmittelverpackungen herstellen.
Schädlingskontrolle dient deshalb zwei Zwecken. Sie hält Schädlinge dauerhaft fern, und sie liefert den Nachweis, dass der Betrieb seine Sorgfaltspflicht erfüllt.
IPM und Monitoring: erst überwachen, dann bekämpfen
Das integrierte Schädlingsbekämpfungskonzept, kurz IPM, ist ein Baustein des HACCP-Konzepts. Seine Grundidee: Gute Vorplanung, ständige Kontrolle und vorbeugende Maßnahmen halten den Einsatz von Bekämpfungsmitteln so gering wie möglich. In der Praxis besteht ein IPM aus fünf Schritten.
- Objektbesichtigung. Vor dem Angebot wird der Betrieb begangen, bei Hawlik & Hawlik kostenlos. Aufgenommen werden Befallsursachen und begünstigende Faktoren: bauliche Mängel, die Anordnung der Funktionsbereiche, das Umfeld, Abläufe außerhalb der Betriebszeiten. Liegt schon Befall vor, kommen Schädlingsart, Stärke und Ausdehnung hinzu.
- Kontrollpunkte für Insekten. Klebefallen, Trichterfallen und Fangreflektoren werden flächendeckend eingerichtet, in der Regel mit dem Sexualpheromon der überwachten Art. Art und Menge der gefangenen Tiere zeigen, ob die vorbeugende Bekämpfung ausreicht. Fliegengitter und andere mechanische Sperren gehören zur Erstinstallation.
- Kontrollpunkte für Nager. Außen stehen Köderboxen entlang der Hallenwände und fangen Ratten und Mäuse ab, bevor sie eindringen. Innen werden auslaufsichere, bruchfeste Boxen vorwiegend entlang der Wände fest installiert, abgestimmt mit der Qualitätssicherung. Nagespuren und Fraßmenge verraten, welche Tiere in welcher Zahl unterwegs waren.
- Regelmäßige Begehungen. Bewährt haben sich drei bis vier pro Jahr, abhängig von Betriebsstruktur, Umfeld und Schädlingsdruck. Bei jedem Rundgang wird der Betrieb auch auf Fraß, Kot, Verunreinigungen und bauliche Mängel begutachtet.
- Dokumentation. Ein Hygieneordner enthält den Lageplan aller Kontrollpunkte, die Befunde jeder Begehung, technische Merkblätter und Sicherheitsdatenblätter der eingesetzten Mittel sowie die Qualifikationsnachweise der Mitarbeiter.
Erst wenn dieses Früherkennungssystem anschlägt, folgt die eigentliche Bekämpfung, und nach der Erfolgskontrolle übernimmt wieder das Monitoring. Das vollständige Konzept steht auf der Seite Schädlingsmanagement, Schädlingsabwehr, Schädlingsmonitoring.
Die wichtigsten Schädlinge in Betrieben
Ratten und Mäuse
Die Wanderratte (Rattus norvegicus) lebt bodennah, gräbt Baue und nutzt die Kanalisation. Ihr Kot ist spindelförmig und ein bis zwei Zentimeter lang. Die Hausmaus (Mus musculus) kommt durch Spalten von wenigen Millimetern und hinterlässt reiskorngroßen Kot. Beide Arten übertragen Krankheitserreger, zerstören Verpackungen und verunreinigen weit mehr Ware, als sie fressen. Typische Anzeichen sind Kot, Nagespuren und dunkle Schmierspuren entlang der Laufwege an Wänden.
Schaben
Die Deutsche Schabe (Blattella germanica) wird 10 bis 15 mm lang, ist nachtaktiv und bevorzugt warme, feuchte Bereiche wie Küchen, Backstuben und Spülräume. Das Weibchen trägt das Eipaket bis kurz vor dem Schlupf mit sich, was die Bekämpfung erschwert. Die größere Orientalische Schabe (Blatta orientalis) hält sich eher in kühleren Kellern und Schächten auf. Wer tagsüber Schaben sieht, hat meist schon starken Befall.
Motten und Käfer im Vorrat
Dörrobstmotte (Plodia interpunctella) und Mehlmotte (Ephestia kuehniella) sind die häufigsten Vorratsmotten. Den Schaden richten die Larven an, die Ware fressen und mit Gespinsten durchziehen. Pheromonfallen fangen nur die Männchen. Sie dienen der Überwachung und ersetzen keine Bekämpfung. Unter den Käfern sind Kornkäfer, Reismehlkäfer und Brotkäfer verbreitet. Sie kommen oft mit angelieferter Ware in den Betrieb.
Fliegen, Wespen, Ameisen, Wanzen, Flöhe
Fliegende Insekten werden mit Fangreflektoren überwacht und abgefangen. Ameisen, Wanzen und Flöhe treten vor allem in Einrichtungen mit vielen Menschen auf. Steckbriefe zur Biologie der häufigsten Arten finden Sie unter Schädlinge im Überblick.
Bekämpfungsverfahren und eingesetzte Mittel
| Schädling | Verfahren |
|---|---|
| Ratten, Mäuse | Köderstationen in erhöhter Dichte, angepasste Köderzubereitungen, Ursachenermittlung |
| Motten | Zusätzliche Fangvorrichtungen, falls nötig Vernebelungspräparate |
| Wespen, Fliegen | Fangreflektoren, insektizide Präparate |
| Kriechende Vorrats- und Hygieneschädlinge | Pheromonfallen, ungiftiges Silikatpulver, insektizide Präparate, wachstumshemmende Substanzen, Kälte- oder Hitzebehandlung |
Vorbereitung und Bekämpfung folgen den Regeln der TRGS 523. Bei Spritz-, Sprüh- und Nebelpräparaten kommen nur Mittel zum Einsatz, die nach § 18 Infektionsschutzgesetz gelistet oder für den Vorratsschutz geprüft sind. Die Befallsursache wird ermittelt und mit der Qualitätssicherung des Betriebs abgestimmt, wie sich neuer Befall verhindern lässt. Hawlik & Hawlik ist nach DIN EN 16636 zertifiziert, der europäischen Norm für Schädlingsbekämpfungsdienstleistungen.
Standards und Audits
Alle gängigen Lebensmittelstandards prüfen die Schädlingskontrolle. HACCP verlangt die Gefahrenanalyse und die Überwachung kritischer Punkte. Der BRC Global Standard des britischen Einzelhandels fordert neben HACCP ein dokumentiertes QM-System und kontrollierte Hygienebedingungen. FSSC 22000 ist von der Global Food Safety Initiative anerkannt, GMP+ deckt die Futtermittelkette ab, GlobalGAP die landwirtschaftliche Erzeugung. Für den deutschen Handel ist außerdem der IFS maßgeblich. Eine Kurzfassung der Standards steht unter Zertifizierungen und Standards. Für strittige Fälle erstellt der zertifizierte Sachverständige des Hauses Gutachten.
Tauben an Gebäuden
Verwilderte Stadttauben brüten ganzjährig und sind extrem standorttreu. Ihr Kot verschmutzt Flächen, riecht und greift mit seinem hohen Harnsäureanteil Fassaden, Fensterbleche und Dachrinnen an. Dazu kommen Parasiten wie Flöhe, Zecken und Milben. Abhilfe schaffen vier Systeme: Netze für ganze Bereiche, Spikes für Simse und Bleche bei leichtem bis mittlerem Befallsdruck, Drahtsysteme zur unauffälligen Vorbeugung und Sperren für Solaranlagen. Details stehen auf der Seite Taubenabwehr.
Holzschädlinge im Dachstuhl
| Art | Größe | Erkennungszeichen | Bedeutung |
|---|---|---|---|
| Hausbock (Hylotrupes bajulus) | Fluglöcher oval, 5 bis 10 mm | Ovale Fraßgänge im Splintholz, puderfeines Bohrmehl mit walzenförmigen Kotpillen, papierdünne Oberfläche, Rieselstellen | Gefährlichster Schädling im Dachstuhl |
| Gewöhnlicher Nagekäfer (Anobium punctatum), „Holzwurm“ | Käfer 2,5 bis 4,5 mm, Larve 4 bis 6 mm | Kleine runde Fluglöcher | Häufigster Schädling in trockenem, verbautem Holz |
| Brauner Splintholzkäfer (Lyctus brunneus) | Käfer 2,5 bis 4,5 mm | Befällt Laubholz wie Eiche, Esche, Nussbaum und viele Tropenhölzer | Für Holzhandel und Verarbeiter der gefährlichste Laubholzschädling, oft mit dem Holz eingeschleppt |
| Holzwespen (z. B. Sirex juvencus) | Bis 40 mm | Große Tiere, schwirrendes Fluggeräusch | Meist harmlos: kein Neubefall in trockenem Holz, können nicht stechen |
Befall richtig deuten
Die Larven des Hausbocks fressen zuerst in den äußeren Splintholzzonen und dringen dann tiefer vor. Sie zerstören vor allem das weiche Frühholz, während das härtere Spätholz als Lamellen stehen bleibt. Die Oberfläche bleibt oft als dünne Haut erhalten. Reißt sie ein, rieselt Bohrmehl heraus. Solche Rieselstellen sind ein untrügliches Zeichen für lebenden Befall. Dass gefranste Lochränder typisch für den Hausbock seien, wie oft zu lesen ist, stimmt nicht: Die Ränder sind bei glatter Holzoberfläche glatt und bei rauer gefranst.
Holzwespen dagegen gelangen immer als Larve im frischen Holz ins Haus. Sie können ihre Entwicklung im verbauten Holz abschließen und schlüpfen dann nach einem oder mehreren Jahren, befallen trockenes Holz aber nicht neu. Die Schadbilder der verschiedenen Nagekäferarten ähneln sich so stark, dass meist nur der Fachmann sie sicher unterscheidet. Ausführliche Beschreibungen stehen auf der Seite Holzschutz mit Heißluft.
Das Heißluftverfahren
Das Verfahren beruht auf einer einfachen Erkenntnis: Ab einer bestimmten Temperatur sterben alle Holzschädlinge ab, gleich welcher Art und in welchem Entwicklungsstadium.
Ablauf
- Die Tragkonstruktion wird auf ihre Tragfähigkeit geprüft, leicht brennbares Material aus dem Dachboden geräumt.
- Heißluftmaschinen blasen erhitzte Luft mit Überdruck in den Dachraum. Nur bei ausreichender Luftmenge und ausreichendem Druck verteilt sich die Hitze gleichmäßig und erfasst neben der Dachkonstruktion auch Lattung, Dielung und alle übrigen Hölzer.
- In den stärksten Hölzern, etwa Stielen und Sparren, sitzen an mehreren Punkten Messfühler in der Balkenmitte. Zusätzlich wird die Raumtemperatur laufend gemessen. Kälteinseln werden über verlegte Rohrleitungen nachgeheizt.
- Die Beheizung läuft je nach Holzstärke und Ausgangstemperatur mehrere Stunden, bis im Balkenkern 55 °C über 60 Minuten gehalten wurden. So schreibt es die prüfamtliche Zulassung vor.
- Über den Temperaturverlauf wird ein dreifaches Protokoll geführt, dazu eine Grundskizze der Messstellen. Der Hausbesitzer oder sein Beauftragter sollte die letzte Ablesung prüfen und gegenzeichnen.
Das Holz kühlt fast so langsam ab, wie es sich erwärmt hat. Die Abtötungstemperatur bleibt deshalb meist mehrere Stunden erhalten, was eine vielfache Sicherheit gibt.
Technik und Sicherheit
Hawlik & Hawlik arbeitet mit Heißluftmaschinen vom Typ HHE 350: 400 kW Nennwärmeleistung, 9000 m³ Luft pro Stunde, zweistufiger Ölbrenner, PID-Regler mit Sicherheitsthermostat, Volumenstromwächter und Funkenschutzgitter am Ausblasstutzen. Holz ist bis etwa 105 °C thermisch beständig, Holzgase entflammen erst zwischen 225 und 260 °C. Auch abgebundenes Material wie Dachziegelverstrich in Altbauten nimmt keinen Schaden.
Grenzen des Verfahrens
Kleinere Undichtigkeiten im Dach spielen keine Rolle, und das Verfahren funktioniert auch bei Dachschalung, wenn die Hitze die Sparren nur von drei Seiten erreicht. Holzteile, die nicht mehrseitig zugänglich sind, zum Beispiel Fachwerk, Fußpfetten oder Dielenbalkenlagen, müssen gesondert untersucht werden. Bei Befall werden sie mit Borsalz im Injektionsverfahren behandelt, mit einem Präparat ohne Lösemittel. Bei dieser Bohrlochtränkung werden Löcher von bis zu 10 mm Durchmesser im Abstand von etwa 30 cm gebohrt, drei Viertel der Balkenhöhe tief, mit Dübeln versehen und unter Druck befüllt.
Wiederbefall und Vorbeugung
Rund 100 Gebäude, die etwa 25 Jahre zuvor mit Heißluft saniert worden waren, wurden auf Wiederbefall untersucht. Das Ergebnis überraschte: Selbst wo unbehandelte Fußpfetten noch vom Hausbock befallen waren, griff der Befall nicht auf das behandelte Holz über. Die DIN 68 800 empfiehlt trotzdem, verbautes Holz unter 60 Jahren zusätzlich mit einem geprüften vorbeugenden Präparat wie Borsalz zu behandeln.
Sachkunde
Bekämpfender Holzschutz nach DIN 68 800-4 setzt Fachwissen voraus. Der „Ausbildungsbeirat Sachkundige für bekämpfenden Holzschutz“ führt dazu Lehrgänge durch. Wer sie bestanden hat, darf sich nach VOB/A und DIN 68 800-4 als sach- und fachkundig anbieten. Die Sachkundigen von Hawlik & Hawlik sind auf der Seite Holzschutz mit Heißluft genannt. Der Betrieb ist Mitglied im Deutschen Holz- und Bautenschutzverband (DHBV).
Heißluft und chemische Verfahren im Vergleich
| Heißluftverfahren | Chemisches Verfahren nach DIN 68 800 | |
|---|---|---|
| Wirkprinzip | 55 °C über 60 Minuten im Balkenkern | Insektenbekämpfendes Mittel, aufgebracht oder injiziert |
| Erfasste Hölzer | Alle Hölzer im Dachraum gleichzeitig, auch Lattung und Dielung | Nur die behandelten Flächen und Bohrlöcher |
| Abbeilen befallener Teile | Nicht erforderlich | Erforderlich |
| Dachschalung, dreiseitig zugängliche Sparren | Mit Erfolg anwendbar | Fehlschläge oft unvermeidbar |
| Nicht mehrseitig zugängliche Hölzer | Ergänzende Borsalz-Injektion | Injektionsverfahren |
| Nachweis | Messstellen in der Balkenmitte, dreifaches Temperaturprotokoll | Dokumentation der Behandlung |
Hawlik & Hawlik behandelt ganze Dachstühle und Holzkonstruktionen in Gebäuden, für private Hausbesitzer ebenso wie für gewerbliche und öffentliche Eigentümer, und zwar in ganz Bayern. Einzelne Möbelstücke werden nicht angenommen.
Glossar
Bohrmehl: feines Gemisch aus Holzspänen und Kot, das Larven in ihren Fraßgängen hinterlassen. Fußpfette: waagerechter Balken am Fuß des Dachs, auf dem die Sparren aufliegen. HACCP: Hazard Analysis and Critical Control Points, Konzept zur Gefahrenanalyse und Überwachung kritischer Punkte in der Lebensmittelherstellung. IPM: integriertes Schädlingsbekämpfungskonzept. Monitoring: dauerhafte Überwachung mit Kontrollpunkten und regelmäßigen Begehungen. Rieselstelle: Stelle, an der Bohrmehl aus Rissen oder Fluglöchern rieselt, Zeichen für lebenden Hausbockbefall. Splintholz: äußere, nährstoffreiche Holzschicht, in der Hausbocklarven bevorzugt fressen. TRGS 523: Technische Regel für Gefahrstoffe zur Schädlingsbekämpfung.
Häufige Fragen
Was ist integrierte Schädlingsbekämpfung (IPM)?
IPM steht für integriertes Schädlingsbekämpfungskonzept. Durch gute Vorplanung, ständige Kontrolle und vorbeugende Maßnahmen bleibt der Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln so gering wie möglich. In Lebensmittelbetrieben ist das IPM ein Baustein des HACCP-Konzepts.
Wie oft muss ein Betrieb auf Schädlinge kontrolliert werden?
Eine feste gesetzliche Zahl gibt es nicht. Die Häufigkeit richtet sich nach Betriebsstruktur, Umfeld und zu erwartendem Schädlingsdruck. Bei Hawlik & Hawlik haben sich drei bis vier Begehungen pro Jahr bewährt, Kontrolleinsätze bei Verdacht kommen hinzu.
Woran erkennt man Ratten- oder Mäusebefall?
An Kot, Nagespuren an Ware und Verpackung, Laufwegen mit Schmierspuren entlang der Wände und an angefressenen Ködern in den Kontrollboxen. Rattenkot ist spindelförmig und ein bis zwei Zentimeter lang, Mäusekot nur wenige Millimeter.
Wie funktioniert das Heißluftverfahren gegen Holzschädlinge?
Heißluftmaschinen beheizen den gesamten Dachraum über mehrere Stunden, bis in der Mitte der stärksten Balken 55 °C über 60 Minuten erreicht sind. Bei dieser Temperatur sterben Holzschädlinge in jedem Entwicklungsstadium ab. Die Temperatur wird an mehreren Messstellen in der Balkenmitte gemessen und protokolliert.
Welche Temperatur tötet Holzwurm und Hausbock ab?
Die prüfamtliche Zulassung des Heißluftverfahrens schreibt 55 °C über 60 Minuten vor, gemessen im Kern des Holzes. Weil Holz langsam abkühlt, bleibt die Abtötungstemperatur in der Praxis meist mehrere Stunden erhalten.
Ist das Heißluftverfahren für das Gebäude gefährlich?
Nein. Holz ist bis etwa 105 °C thermisch beständig, Holzgase entflammen erst zwischen 225 und 260 °C. Auch Dachziegelverstrich in Altbauten nimmt keinen Schaden. Vor der Behandlung wird leicht brennbares Material aus dem Dachboden entfernt und die Tragfähigkeit der Konstruktion geprüft.
Wie unterscheidet man Hausbock und Holzwurm?
Der Hausbock hinterlässt ovale Fluglöcher von 5 bis 10 mm Länge und zerfrisst das Splintholz unter einer papierdünnen Oberfläche. Der Gewöhnliche Nagekäfer, im Volksmund Holzwurm, ist nur 2,5 bis 4,5 mm groß und macht kleine runde Löcher.
Schützt eine Heißluftbehandlung vor neuem Befall?
Untersuchungen an rund 100 Gebäuden etwa 25 Jahre nach der Heißluftbehandlung zeigten, dass Befall aus unbehandelten Hölzern nicht auf das behandelte Holz übergriff. Für verbautes Holz unter 60 Jahren empfiehlt die DIN 68 800 dennoch einen zusätzlichen vorbeugenden Schutz, zum Beispiel mit Borsalz.
Für wen arbeitet Hawlik & Hawlik?
In der Schädlingsbekämpfung und Taubenabwehr für Gewerbe, Industrie und öffentliche Einrichtungen. Im Holzschutz auch für private Hausbesitzer, sofern ein ganzer Dachstuhl betroffen ist. Einzelne Möbelstücke werden nicht behandelt.
Fragen zu einem konkreten Fall beantwortet eine Fachkraft in Gablingen unter (08230) 89 14 5 0.